Über Karate

Shihan Funakoshi & Nakayama

Shihan Funakoshi & Nakayama

“Oberstes Ziel in der Kunst des Karate ist weder Sieg noch Niederlage, sondern die Vervollkommnung des Charakters der Kämpfer.” (Funakoshi Gichin)

Obwohl die Ursprünge des Karate (“leere Hand”) bis ins 6. Jahrhundert zurückreichen, entwickelte sich das Karate, wie wir es kennen, im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Die Geschichte des modernen Karate begann, als 1902 Karate in den Lehrplan einiger Schulen in Okinawa integriert wurde. Im Jahre 1906 gaben Funakoshi Gichin und seine Mitarbeiter die ersten öffentlichen Vorführungen, die in den folgenden Jahren so großen Erfolg hatten, daß Funakoshi 1922 Vorführungen und Lehrunterweisungen inJapan abhielt. In Tokio eröffnete er einen Dojo und veröffentlichte sein Buch “Ryukyo Kempo: Karate”.

DM2In den nächsten 13 Jahren veränderte sich das Karate stark. Sehr schwierige und komplexe Kata wurden in solche Formen gewandelt, die von Karateka aller Altersgruppen ausgeführt werden konnten. Namen der Kata wurden gändert und alte, aus Okinawa stammende Bezeichnungen in leichter verständlichere umgewandelt. Nach und nach wurden Kyu- und Dangrade eingeführt. Schließlich wurde die chinesische Schreibweise von den Zeichen für “China-Hand” in die Zeichen für “Leere Hand” geändert, worin sich der Wandel von den Techniken des Okinawa-Karate zum Karate-do, dem “Weg des Karate”, ausdrückte. 1935 schließlich veröffentlichte Funakoshi sein Buch “Karate-do Kyohan”. Funakoshi Gichin kann also als der Vater des modernen Karate bezeichnet werden.

Andre Beck 4. DanHeute wird Karate weltweit anerkannt und ausgeübt. Sportliche Wettkämpfe finden auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene bis hin zu Weltmeisterschaften statt. Ungezählte Menschen betreiben Karate zur Verbesserung ihrer physischen Kondition und zur Entwicklung von Selbstverteidigungsfertigkeiten. Zur Stärkung von Selbstdisziplin und Selbstkontrolle sowie zur Verbesserung von Ausdauer, Kondition, Kraft und Beweglichkeit trainieren Frauen und Männer jeden Alters Karate.

Sehr frei nach: T. Okazaki, M. V. Sricevic: Modernes Karate; Bassermann’sche Verlagsbuchhandlung 1998